Geleitwort zur Tagung


GQW-Fachtagung 1998

Professor Herbert Schnauber zum Sechzigsten:

"Qualität ist eine zu wichtige Sache, als dass man sie allein den Qualitätsfachleuten überlassen dürfte". Der 60. Geburtstag von Professor Schnauber bietet die willkommene Gelegenheit, diesen in der Wirtschaft weltweit anerkannten Satz einmal an seiner Person festzumachen.

Das Studium der Eisenhüttenkunde mit dem Schwerpunkt Gießereitechnik in Aachen, sein erwachsendes Interesse an arbeitspsychologischen Fragen und seine Promotion zum Dr.-Ing. mit einem Thema aus diesem Gebiet in Darmstadt zeigen ebenso wie seine Habilitation in Siegen keine im heutigen Sinn qualitätsspezifischen Aspekte. Industrieerfahrung sammelt Professor Schnauber während einiger Jahre bei Hoesch in Dortmund, doch sucht und findet er den Weg in die akademischen Forschung und Lehre über Dortmund und Siegen nach Bochum, immer noch ohne formellen Bezug zur Qualitätswissenschaft.

Dann aber, als Inhaber des Lehtstuhls für die Arbeitssystemplanung und -gestaltung der Ruhr-Universität, tut Professor Schnauber den für die weitere Entwicklung entscheidenden Schritt: Er gründet den Regionalkreis Ruhrgebiet der Deutschen Gesellschaft für Qualität, übernimmt dessen Vorsitz und baut ihn zum mitgliederstärksten der Gesellschaft aus. Er ruft die jährlich stattfindenden "Bochumer Qualitätstage" ins Leben und macht sie durch aktuelle Themen, interessante Vortragende und vorbildliche Organisation für eine ständig steigende Teilnehmerzahl zu einem Muß-Termin. Seine Wahl in den Vorstand der DGQ bringt neue Aufgaben. Professor Schnauber wird Mitglied Ihres wissenschaftlichen Beirats und des Beirats für "Lehre an Hochschulen". Er zählt zu den Gründungsmitgliedern der "Forschungsgemeinschaft Qualität" und der "Gesellschaft für Qualitätswissenschaft".

Sind diese bundesweiten Aktivitäten, so Professor Schnauber auch im engeren Sinne für die Förderung der Qualität tätig, so für den Nordrhein-Westfälischen Qualitätspreis. Das hat Folgen. Energisch und erfolgreich setzt er sich für einen deutschen Qualitätspreis ein. Dabei hilft ihm sein in langen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit geschaffener Kontakt zum VDI. Es gelingt, VDI und DGQ zur gemeinsamen Trägerschaft des "Ludwig-Erhard-Preises" zusammenzuführen. Damit wird das Projekt für die Industrie interessant, die sich an ihm beteiligt. Professor Schnauber hat die Genugtuung, im November des vergangenen Jahres das erste "Ludwig-Erhard-Forum" in Berlin zu moderieren, das der Preisverleihung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten vorangeht. Als Mitglied der Jury hatte er bei der Wahl der Preisträger ein gewichtiges Wort mitzureden.

Wir sehen einen exemplarischen Ablauf der Dinge, gekrönt durch die Zuwahl Professor Schnaubers in die International Academy for Quality als wohl erstes Mitglied ohne ausgewiesenene akademisch oder Industriekarriere im Fach Qualität. Doch hat auch die IAQ den Satz verinnerlicht, mit dem diese mit großem Vergnügen geschriebene Hommage begann. Wir, seine Weggefährten, wünschen dem noch so jungen Jubilar weiter erfolgreiches Wirken zum Nutzen und zur Freude von uns allen.


Bochum, Dezember 1997

Prof. Dr. rer.nat. Dr. oec. h.c. Dr.-Ing.E.h. Walter Masing