Geleitwort zur Tagung


GQW-Fachtagung 2001

Gesellschaft, Technik und Wirtschaft verändern sich in einem ständigen Wandlungsprozess. Erfindungsreichtum und wissenschaftliche Forschung bewirken, dass nur der Wandel beständig ist. Es wandeln sich nicht nur die Märkte, die Technologien oder die gesetzlichen Rahmenbedingungen, sondern auch die Wertvorstellungen, die zu einem anderen, oft kritischen Bewusstsein führen.

Während der Markt durch ein turbulentes Umfeld und die Produkte und Prozesse durch veränderte Technik und Technologie immer komplexer werden, beeinflussen die Wertvorstellungen und daraus resultierende Einstellungen zusätzlich die Organisationsstrukturen und Managementsysteme, so dass auch die Komplexität des Wandels selbst zur Aufgabe wird.

In dieser Situation einer Vielzahl dynamischer Entwicklungen hat das moderne Qualitätsmanagement als Handlungsziele das Ideal der Fehlerfreiheit, die ständige Verbesserung und die Berücksichtigung der menschlichen und gesellschaftlichen Interessen eingebracht.

Schon die Begriffe zeigen, dass dabei unscharfe Abgrenzungen und subjektive Bewertungen nicht ausgeschlossen werden können. Standardisierung und Normung werden durch die Komplexität und Dynamik des Wandels in Frage gestellt. Wissenschaftliche Klärungsprozesse, die von der praxisbezogenen Betrachtung der Zusammenhänge und Abhängigkeiten zur überblickenden und abstrahierenden Systematik führen, können oft nur schrittweise erfolgen und bedürfen der Diskussion.

Der Dialog mit anderen Wissenschaftsdisziplinen neben der Technikwissenschaft führt zur Standortbestimmung der eigenen Disziplin und zeigt das Fehlen einer integrativ orientierten Leitdisziplin der Technikwissenschaft [Spur_98]. Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Informationsmanagement und Wissensmanagement sind Bestandteile dieser Leitdisziplin.

Die Entwicklung im gegenwärtigen Qualitätsmanagement zeigt, dass nach der Phase der sortierenden Qualitätsprüfung durch die Normenreihe DIN EN ISO 9000ff. ein umfassendes Qualitätsmanagement zur Qualitätsfähigkeit der Unternehmen aufgebaut wurde, das am Maßstab der Norm zertifizierbar ist. Parallel dazu hat die European Foundation for Quality Management (EFQM) ein Excellence-Modell entwickelt und Ihrem Qualitätspreis zu Grunde gelegt. Systematische Mängel und die Weiterentwicklung der Prozessorientierung haben zur Überarbeitung der Normenreihe geführt, die als DIN EN ISO 9000:2000 in Kürze erscheinen soll und sich in Richtung des EFQM-Modells entwickelt.

Andere Bewertungsformen, wie z.B. die Balanced Scorecard werden oder können als Untermenge in das EFQM-Modell einbezogen werden. Die konsequente Anwendung der Kriterien des EFQM-Modells in Verbindung mit Benchmarking-Techniken führt zu exzellenten Leistungen, der Business Excellence.

Die GQW Jahrestagung 2001, die anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Instituts für Qualitätssicherung der Universität Hannover in Hannover stattfindet, und deren Themen in diesem Buch behandelt sind, hat zum Ziel, anhand von Vorträgen aus den Forschungsinstituten der Mitglieder über Stand und Entwicklung der Methoden und Techniken zum Erreichen der Business Excellence zu berichten und zu diskutieren. Mit Hilfe des EFQM-Modells und der Nutzung und Entwicklung der Befähiger können Unternehmen ihre Potenziale ausschöpfen und positive Ergebnisse erwirtschaften.

Die Tagung behandelt neben Methoden und Modellen, die zur Zeit angewendet werden, darauf aufbauend Visionen und Wege, wie es in Zukunft gelingen kann, sich als exzellentes Unternehmen am Markt zu etablieren.

Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen und allen Mitarbeitern, die mit Ihren Beiträgen zum Gelingen der Tagung beitragen und Ihre Forschungsergebnisse in dieser Form zur Anwendung, Nutzung und Diskussion bereitstellen. Meinem Mitarbeiter, Herrn Dipl-Ing. Ulrich Krick, gilt mein besonderer Dank für seine Mithilfe bei der Organisation, der Bearbeitung der Manuskripte und dem Korrekturlesen.


Hannover, Februar 2001

Prof. Dr.-Ing. Georg Redeker